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Fléizen

Wiesenbewässerung im Kiischpelt

"Fléizen" ist ein luxemburgisches Wort, das schon fast in Vergesseneheit geraten ist. Bis in die Nachkriegszeit hinein wurden im Kiischpelt (wie wahrscheinlich im gesamten Ösling) Wiesen an der Clerve und in den Seitentälern bewässert.

Damit befinden wir uns in guter Gesellschaft. Wiesen wurden in vielen Teilen Mitteleuropas bewässert. Es gab Wässerwiesen z. B. in der Eifel, im Siegerland, im Saarland, in der Pfalz, am Oberrhein und im Schwarzwald. Die berühmtesten und eindrucksvollsten mitteleuropäischen Beispiele sind sicherlich die Bewässerungsanlagen in den inneralpinen Trockengebieten, z. B. die Waale im Vinschgau (um Meran) in Südtirol oder die Suonen im Wallis in der Schweiz.

In vielen dieser Gebiete waren die entsprechenden Techniken schon lange bekannt, die Wiesenbewässerung in großem Umfang setzt aber (wie im Saarland oder dem Siegerland) oft erst in der Mitte des 19. Jh. ein. Auslöser dürfte die Industrialisierung gewesen sein. Mit der steigenden Bevölkerung in den Industriegebieten stieg die Nachfrage nach Fleisch, Milch und Milchprodukten. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn verbesserten sich zudem die Transportmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte. Damit stieg der Viehbesatz vor allem beim Rindvieh stark an.

Um das zusätzliche Vieh mit Futter zu versorgen, musste mehr Heu geerntet werden. Es blieb nichts anderes übrig, als die Wiesen intensiver als bisher zu bewirtschaften. Da der Stalldünger dafür nicht ausreichte und Kunstdünger noch nicht verfügbar war, blieb nur der Weg, die Wiesen intensiver zu unterhalten und zusätzlich mit Wasser (wenn möglich auch mit nährstoffreichem Wasser) zu versorgen.

Wann genau die Wiesenbewässerung im Kiischpelt entstand, lässt sich im Moment nicht klären. Wahrscheinlich gab es viele Wehre und Gräben schon vor dem Bau der Eisenbahn 1866. Darauf deuten Durchlässe für Bewässerungsgräben in den Bahndämmen hin. Sicher ist, dass es zwei verschiedene Bewässerungssysteme, zum einen an der Clerve und den größeren Seitenbächen, zum anderen in den kleineren Seitentälern gab.

Ausführlichere Informationen finden sie in "De Cliärwer Kanton", édition spéciale 2006.

 

Warum bewässern - Die Bewässerung - Bauweise der Wehre - Lage der Wehre - Wehre im Kiischpelt - Die Seitentäler - Das Ende des Fléizens

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