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Konzentrationsprozess und Mühlensterben

Etwa zur gleichen Zeit stellten die Lellinger Mühle (um 1910) und die Schuttburger Mühle (spätestens 1918) ihren Kundenbetrieb ein.

Einige Mühlen erhielten in der Folgezeit Francisturbinen und einen Dynamo zur Stromerzeugung. Mit dem Strom aus der Lellingen Mühle wurden in Wilwerwiltz bis etwa 1930 ein neues, elektrisch betriebenes Sägewerk sowie eine Reihe von Haushalten mit elektrischem Strom versorgt. Nur in der Schuttburger Mühle wird bis heute (mit einer Kaplanturbine aus dem Jahr 1978) Strom für den Eigenbedarf produziert.

Bereits 1933 stellte auch die Kneipmühle den Kundenbetrieb ein. Die Familie stellte (wie viele andere Müller auch) den Betrieb auf den Handel mit Getreide, Futtermitteln und Dünger um (in diesem Fall bis 1968).

Nach dem zweiten Weltkrieg stellten dann auch die letzten drei Kiischpelter Mühlen – Merkholtzer Mühle (nach 1945), Frèresmillen (1947) und Rackés Millen (1954) – die Produktion von Brotmehl ein. Die Frèresmillen und die Rackés Millen produzierten bzw. verkauften noch bis 1968 Futtermittel.

Neben dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch die großen, modernen Mühlen und der Umstellung der Lebensgewohnheiten - die Menschen buken ihr Brot nicht mehr selbst - dürfte dabei auch die Mechanisierung in der Landwirtschaft eine Rolle gespielt haben. Die Einführung der Mähdrescher führte beispielsweise dazu, dass das Getreide nicht mehr sackweise abgefüllt, sondern vom Mähdrescher lose auf Anhänger verladen wurde und zum großen Teil direkt vom Feld in die Silos des Getreidehandels gelangte. Damit kamen die kleinen Mühlen, die für die Anlieferung des Getreides in Säcken eingerichtet waren, als Abnehmer nicht mehr in Frage. Die Bauern lagerten nur noch so viel Getreide ein, wie sie als Futter für ihr Vieh brauchten. Als sich die Bauern dann nach und nach auch noch elektrische Schrotmühlen anschafften, wurden unsere Mühlen endgültig überflüssig.

Damit spiegelt sich auch im Kiischpelt der Konzentrationsprozess wider, von dem das gesamte Mühlenwesen in Europa und Nordamerika seit dem 19. Jh. betroffen war.

 

Bannmühlen des Mitelalters - Revolution und Gewerbefreiheit - Industrialisierung und Marktanschluss - Modernisierung - Mühlensterben - Rackés Millen, die letzte ihrer Art

Mühlentechnik in der Rackés Millen

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