Rackés Millen - die letzte ihrer Art
Auf dem Weg in die Freizeit- und Informationsgesellschaft
Während in allen anderen Mühlen die Anlagen nach dem Einstellen des Kundenbetriebes nach und nach abgebaut wurden, blieben sie in der Rackés Millen durch eine Verkettung von glücklichen Zufällen erhalten.
Diese Mühle war erst seit 1919 im Besitz der Familie Racké. Der letzte Müller, Herr Willy Racké, stellte kurz nach dem Tod seines Vaters 1968 den Kundenbetrieb ein. Die Familie verkaufte die Mühle aber nicht, sie wurde für ihn zum Hobby. Er hielt sie auch weiterhin funktionsfähig und führte sie immer wieder Freunden und Besuchern vor.
Als er sich schließlich aus Altersgründen dennoch ernsthafte Gedanken über einen Verkauf machen musste, fand sich 2001 mit der Robbesscheier ein Käufer, der bereits seit längerem an einer funktionstüchtigen Mühle zur Abrundung des eigenen Programmangebotes für Touristen und Schulklassen interessiert war. Die Mühle ist weiterhin in Betrieb und kann besichtigt werden.
Das Gebäude wurde renoviert, die Anlagen restauriert und erweitert. Heute wird auf der Anlage von 1934 wieder gemahlen, z. B. der Weizen der Bio-Bauern aus dem Norden (BIONA) und Dinkel aus dem Naturpark Obersauer. Auf einer neuen, elektrisch betriebenen Anlage wird außerdem Buchweizen gemahlen. Da dieses Mehl glutenfrei ist, muss es strikt von anderen Getreidearten getrennt werden.
Daran wird deutlich, dass in unserer Zeit kleine Mühlen – genau wie viele andere Elemente unseres kulturellen Erbes – nur im Rahmen eines touristischen und musealen Angebotes erhalten und weiter betrieben werden können und auf eine entsprechende Förderung angewiesen sind.
Informationen zur Besichtigung der Rackés Millen
Tourist Center Munshausen
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