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Die Schuttburg im Renert

De Wollef war beim Kinnek,
D'Fra Gormang war eleng,
De Fuuss geet an hir Wunnecht
A fënnt doheem hir Kleng.

Wéi ass et dann, dir Krotten?
Sot Renert, wéi e koum,
Wou ass dann iere Vueder,
Wou ass séng uersche Moum?

Du spréngt aus engem Wénkel
Hir Mamm op Renert lass:
De Fiissche musst entsprangen,
Si huet sech nogeflass.

 

Om ale Schlass zu Schibreg
Do wutscht en duerch e Schaart,
Si no - du blouf se steechen:
Du laacht de Renert haart.

De Schallek mécht eng Kéier,
Kënnt hannebäi erëm:
Do deet en ër nach Schmot un
A laacht aus heller Stëmm.

A wéi en dat gestiicht hat,
Du mécht en sech an d'Schlënner,
Op d'Festonk no Malpaartes,
Bei d'Fra a bei d'Gesënner.

Michel Rodange, Renert, aus dem III. Gesang

Fiisschen um Knuedler, Quelle www.wikipedia.lu, Foto von Der Renert oder de Fuuss am Frack an a Maansgréisst (kompletter Text) von Michel Rodange erschien erstmals 1872 und ist so etwas wie das luxemburgische Nationalepos. Er basiert auf dem Reineke Fuchs von J. W. von Goethe. Rodange hat daraus ein Epos mit 14 Gesängen und 6052 Versen gemacht. Es ist einerseits eine Homage an die Landschaften und Regionen Luxemburgs, andererseits aber auch ein Spottgedicht über die damalige luxemburgische Gesellschaft. Die Industrialisierung hatte auch Luxemburg erreicht. Es bestand zu dieser Zeit durchaus die Gefahr, dass Luxemburg von einem der größeren Nachbarn "geschluckt" wird. Dabei spielten die Industriellen oft eine zwielichtige und an den eigenen Interessen orientierte Rolle. Daneben spielt Rodange auf die Zustände innerhalb der katholischen Kirche Luxemburgs an.

Die Figur des Reineke Fuchs geht zurück auf mittelalterliche Dichtungen, insbesondere auf den "Roman de Renart" von Pierre de Saint-Cloud (entstanden zwischen 1175 und 1250) und den "Reinhart Fuchs" von Heinrich dem Gleißner (= Betrüger) aus dem ausgehenden 12. Jh. Interessant ist, dass der Fuchs aus diesem Grund im Französischen den Namen "Renard" erhalten hat, den er heute noch trägt.

Weitere Informationen über Michel Rodange, den Renert und den Reineke Fuchs finden sie in der luxemburgischen und deutschen Wikipedia.

Den kompletten Text des Renert finden sie auf der Internetseite der Wochenzeitschrift d'Letzebuerger Land.

 

 

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