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Grabplatten der Familie Hoefnagle in Consthum, Foto FeltgenDie Damen und Herren von Schuttburg

Die Schuttburg war zwar (spätestens) seit Anfang des 15. Jahrhunderts eine eigenständige Herrschaft, es entwickelte sich aber nie eine "echte" Dynastie. Die Herrschaft blieb nie länger als drei Generationen in einer Familie. Oft wurde sie an jüngere Söhne oder Töchter vererbt, manchmal auch einfach verkauft. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Herrschaft Schuttburg relativ klein war. Sie lag eingezwängt zwischen den großen Nachbarn in Clerf, Wiltz und Brandenburg.

Wir möchten ihnen hier einen Überblick über die Geschichte der Herrschaft geben. Die Angaben basieren auf den älteren Arbeiten von KEISER und LAMORT. Die Jahreszahlen zu den einzelnen Damen und Herren von Schuttburg sind nicht Geburts- und Todesjahr, sondern Anfang und Ende ihrer Herrschaft.

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Namens Schuttburg stammt aus dem Jahr 1404. Damals stand die Burg unter der Lehensherrschaft der Herren von Rodemacher. Erster bekannter Herr von Schuttburg ist Johann von Fischbach (1404 - 1439). Sein Sohn Johann II. verpfändete 1461 die Herrschaft an Friedrich II. von Brandenburg, Herr von Clerf. Daneben tritt er später alle Ansprüche auf die Herrschaft an seinen Lehensherren Gerhart von Rodemacher ab.

1467 tritt Gerhart die Schuttburg an Friedrich (1461 - 1471) ab. Nach Friedrichs Tod kommt Schuttburg an seine Kinder, zuerst an Wilhelm (1471 - 1481), dann an an Godart und die jüngere Katharina und schließlich an die ältere Katharina und deren Ehemann Hartard von Wiltz. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod von Katharina 1537/38 kam es zu Erbstreitigkeiten. Christoph von Schauenburg beanspruchte schließlich als nächster Verwandter sein Vorkaufsrecht. Er einigte sich dann mit seinem Bruder Bernhard.

Bernhard von Schauenburg wurde der neue Herr von Schuttburg (gestorben 1576). Da auch er keine Kinder hatte, ging die Herrschaft an Hans von Kerpen (1576 - 1601), den Ehemann seiner Nichte Anne. Deren Tochter Ursula heiratete Wolf Friedrich von Dalberg. Ihre beiden Söhne führten später den Titel "Herren von Schuttburg".

Sie verkauften die Herrschaft 1629 an Claude von Humyn (gestorben 1639). Auf ihn folgte sein ältester Sohn Peter Ernest de Humyn (1639 - 1679). Allerdings verwaltete seine Mutter bis 1659 die Herrschaft Schuttburg. Es war Kriegszeit mit durchziehenden Truppen, Einquartierungen, Plünderungen, Krankheiten und Mißernten. Peter Ernest de Humyn war Domherr in Dornik und hatte daher keine eigenen Kinder. Die Herrschaft kam deshalb an seinen Neffen Claude Francois. Daneben führte auch ein weiterer Neffe, Claude Charles de Halley, in den Jahren 1687/88 den Titel "Herr von Schuttburg". Anna Caroline, die Schwester von Claude Francois heiratete 1692 Philipp Dominik von Uhlenbrouck.

Sie ließen sich auf den Schuttburg nieder und nannten sich "Herr und Dame von Schuttburg". Bereits bei der Familie Uhlenbrouck ist nicht mehr klar, ob es sich tatsächlich um eine adlige Familie handelte. Philipp Dominik versuchte daher immer wieder, seinen Adel zu beweisen. Ihre einzige Tochter heiratete 1714 Alexander Joseph de Hoefnagle.

Alexander Josep de Hoefnagle führte ab 1722 die Herrschaft Schuttburg. Er versuchte, aus dem Besitz Geld zu schlagen. Außerdem führte er eine Unzahl von Prozessen und war gleichzeitig von der Obzession getrieben, zu beweisen, dass seine Familie wirklich adelig war. Auch mit seinen Untertanen hatte er einige Probleme.
Dies fand seinen Niederschlag unter anderem in der Legende von Kribsewé. Allerdings scheint der Bau des Weges eher eine Art Kuhhandel als ein echtes Urteil gewesen zu sein. Die beiden Wilderer wurden am Ende auch noch mit Getreide bezahlt. Aus Alexander Joseph de Hoefnagle wurde der "Schibbrecher", dem die Krebse jede Nacht über den Rücken kriechen und ihn peinigen. Als "Schibbrecher"  taucht er dann auch im Freilichtspiel "De wölle Grof" von Max Goergen und Josef Hurt auf.
Auch sein Sohn Augustin Karl Joseph de Hoefnagele (1764 - 1792) bemühte sich, als echter Adeliger anerkannt und in den luxemburgischen Adel aufgenommen zu werden. Der letzte Herr von Schuttburg war dann sein Sohn Augustin Alexander Franz Joseph de Hoefnagle (1792 - 1819). Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen kam das Ende des Feudalsystems. Sie waren zwar immer noch Besitzer der Burg und der direkt dazu gehörigen Ländereien, aber keine Herren mehr. Damit verloren sie den größten Teil ihrer Einkünfte. Der Schuttburger versuchte unter anderem, die Burg teilweise einzureißen und das Material zu verkaufen. Ihm fiel das oberste Stockwerk des großen Wohngebäudes zum Opfer. Da das aber nicht den gewünschten Erfolg hatte, ließ er über dem stehen gebliebenen ersten Stock ein neues Dach bauen.

Seine Frau (gestorben 1823) vermachte die Burg der Cousine Theresia Josephine Leopoldine, die 1821 den Notar Johann Baptist Pondrom aus Hosingen geheiratet hatte. André Pondrom, der älteste Sohn, erhielt 1854 die Burg. 1859 schlug dann der Blitz in das Hauptgebäude ein. Das Dach brannte ab und wurde nicht mehr erneuert. Dieser Teil der Burg verfiel zusehends. André Pondrom blieb ledig und starb 1894.

Seine Schwester Marie Barbe (Betsie) heiratete Jules Lamort aus Luxemburg. Der Sohn Paul Lamort (gelebt 1858 - 1916) war Friedensrichter in Wiltz. Seine Mutter überschrieb ihm 1894 die Burg. Seine Erben, Jules Lamort sowie Marguerite Clarens-Lamort und ihr Eheman J. P. Clarens, verkauften die Burg 1930 an Eugen Welter. Er baute aber nur die Mühle um, die Burg versteigerte er 1933. Der Käufer, Franz Würth, verkaufte sie dann 1935 am Mme. Jadoule. Sie und ihr Mann bauten v. a. das Hauptgebäude wieder in der ursprünglichen Höhe aut.

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