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Entstehung der Schuttburg

Talansicht Schuttburg

Insgesamt gilt, dass man sowohl über die Entstehung als auch über die Baugeschichte der Schuttburg wenig sagen kann. Die beiden größeren Arbeiten von LAMORT und KEISER sind ziemlich in die Jahre gekommen und in einigen Teilen auch überholt. Die Quellenlage ist dürftig. Eine genaue baugeschichtliche Analyse fehlt. Archäologische Untersuchungen fehlen völlig. Deshalb hält sich ZIMMER in den "Burgen des luxemburger Landes" sehr zurück.

Der Name „Schuttburg“ taucht erstmals 1404 und 1406 in Urkunden auf. Johann von Fischbach wird auch als „Herr von Schudeburg“ bezeichnet. (Nach KEISER ist damit wahrscheinlich Fischbach bei Mersch gemeint, dies ist aber nicht völlig sicher. LAMORT scheint hier eher von Fischbach bei Clervaux auszugehen.) Im Buch "Biller aus der Gemeng Kautebaach" aus dem Jahr 2001 wird eine ältere Urkunde aus dem Jahr 1339 erwähnt. Dies konnte bis jetzt aber noch nicht bestätigt werden.
Damit hat man zumindest einen ersten Anhaltspunkt, aber eben keine genauen Angaben zur Entstehung der Burg. Hier ist man auf Vermutungen angewiesen.

KEISER geht bei seinen Überlegungen davon aus, dass die anderen Burgen der Umgebung – er nennt hier Esch-Sauer, Wiltz, Clerf und Brandenburg – über relativ viel Landbesitz verfügten, während zur Herrschaft Schuttburg neben den eigenen Ländereien in der direkten Umgebung im wesentlichen nur die Dörfer Consthum und Alscheid gehörten. Daher kommt er zu der Annahme, dass die Herrschaft Schuttburg (mit der dazugehörigen Burg) eine spätere Gründung ist. Demnach gab es im Grenzbereich der bestehenden Herrschaften Waldgebiete, die noch nicht klar zugeordnet waren.

Damit wäre die Herrschaft und die Burg Schuttburg im Rahmen der hochmittelalterlichen Binnenkolonisation irgendwann zwischen 1000 und 1400 entstanden. Damals wurden Waldgebiete mit Hilfe von Klöstern oder Adeligen gezielt besiedelt. Den Kern bildete ein Kloster oder eben eine Burg. Auslöser dieser Kolonisation war eine stark gestiegene Bevölkerung, gleichzeitig konnten aber auch durch Verbesserungen in der Landwirtschaft Flächen genutzt werden, die bis dahin als ungeeignet angesehen wurden. Für diese Annahme spricht auch der Name „Alscheid“. Die Endung „–scheid“ ist typisch für Ortsgründungen aus dieser Zeit.
Man muss allerdings ehrlicherweise dazu sagen, dass der Name „Consthum“ mit der Endung „-hum“ (= heim) eher in die Zeit der fränkischen Landnahme (3. bis 6. Jh.) verweist. Möglich wäre, dass Consthum zunächst die ökonomische Basis für die Herrschaft Schuttburg darstellte und Alscheid im Zusammenhang mit der Gründung dieser Herrschaft neu entstanden ist.

Darüber hinaus kann man natürlich – wie KEISER – darüber spekulieren, ob es an dieser Stelle bereits vorher eine Art Burg, eine Fliehburg oder ähnliches aus der Zeit der Normanneneinfälle (9. Jh.), der Völkerwanderungszeit oder vielleicht sogar aus der römischen Zeit gab. Der schmale, felsige Sporn, auf dem die Burg liegt, bot sich natürlich immer schon an. Hinzu kommt, dass es in römischer Zeit einen Verbindungsweg zwischen Vianden und Wiltz gab, der im Bereich der Schuttburger Mühle die Clerve überquerte. Hier hätte sich der Sporn für eine kleine Anlage zur Sicherung dieses Überganges angeboten.
Man muss aber heute mit solchen Spekulationen sehr vorsichtig sein. Für eine Fliehburg, die ja die Bevölkerung der umliegenden Dörfer mit ihrem Vieh aufnehmen mußte, ist die Fläche auf dem Sporn allerdings zu klein. Auch die Lage an einem mehr oder wenig stark benutzten Verkehrsweg ist für eine Fliehburg nicht gerade ideal. Außerdem stellt eine kontinuierliche Nutzung von der Römerzeit über die Völkerwanderungszeit bis hinein ins Mittelalter in Europa eine Ausnahme dar. Es ist wohl eher davon auszugehen, dass die Schuttburg im Mittelalter entstand. Möglicherweise gab es Reste älterer Gräben und Gebäude, die aber lange schon nicht mehr genutzt worden waren.
Solange es aber keine archäologischen Belege oder schriftliche Quellen gibt, bleiben solche Überlegungen reine Spekulation.

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