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Waldhistorische Aspekte des Niederwaldes

Prof. Dr. Uwe Eduard Schmidt, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Aussaat in einem frischen Schlag

Prof. Dr. Uwe Eduard Schmidt von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg lenkte  den Blick zurück in die Geschichte der Niederwälder. Eindeutig belegt ist die Niederwaldwirtschaft erst seit dem 13. Jahrhundert, es gibt aber durchaus Hinweise darauf, dass es sie schon im späten Neolithikum und in der Römerzeit gab.

Holzkohleproduktion mit MeilernNiederwälder sind die älteste Form nachhaltiger Waldnutzung. In erster Linie wurde der Brennholzbedarf bäuerlicher Betriebe gedeckt, sie lieferten aber auch Nutzholz, wie z. B. Stangen für den Weinbau. In Mittelgebirgslagen, wo landwirtschaftliche Nutzflächen rar sind, wurde Agroforstwirtschaft betrieben. Die Schlagflächen wurden nach dem Hieb abgebrannt, dann zwei bis drei Jahre lang für den Anbau anspruchsloser Getreidesorten (wie Roggen, Hafer oder Buchweizen) und nach dem Wiederaustrieb der Stöcke noch zur Waldweide, zum Futterlaubschneiden oder zur Stallstreu genutzt.


Daneben wurde der Niederwald aber auch vielen gewerblichen und frühindustriellen Ansprüchen gerecht. Er lieferte unter anderem Holzkohle zur Eisenverhüttung und Lohe zum Gerben.

In vielen Mittelgebirgsregionen Mitteleuropas war der Niederwald im 18. und frühen 19. Jahrhundert landschaftsprägend. Mit der Industrialisierung, der Umstellung auf Steinkohle und andere Gerbverfahren sowie den großen Veränderungen in der Landwirtschaft war dann seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ein steter Rückgang der Niederwaldflächen verbunden.

weitere Informationen:
- Prof. Dr. Uwe Eduard Schmidt, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Uwe Eduard Schmidt: Die sozialgeschichtliche Bedeutung des Waldes im 18. und 19. Jahrhundert
- Eine Präsentation mit den wichtigsten Punkten zum Vortrag in Wilwerwiltz:
    Historische Sicht des Energiewaldes

Waldhistorische Aspekte - Kastanienniederwälder im Tessin(CH) - Niederwälder im Elsass (F)
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