Wertholzproduktion mit Kastanien-Niederwald im Tessin
Eine waldbauliche Alternative?
Andreas Zingg, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf, Schweiz (in Zusammenarbeit mit Fulvio Giudici)
Herr Andreas Zingg aus der Schweiz berichtete über die Kastanienniederwälder an der Alpensüdseite. Im Tessin gibt es heute noch 19.800 ha Kastanienniederwald. Die Edelkastanie ist dort die wichtigste Laubbaumart.
Früher wurden aus diesen Niederwäldern vor allem Brennholz sowie Stangen und Pfähle für den landwirtschaftlichen und privaten Bedarf (z. B. im Weinbau und Dachbalken) gewonnen. Deshalb heißen diese Niederwälder dort auch „Palinas“, ein Wort, dass mit dem luxemburgischen „Poul“ verwandt ist.
Aufgrund seiner guten technologischen und ästhetischen Eigenschaften ist Kastanienholz heute sehr gefragt. Es erzielt ähnliche Preise wie Eichenholz, ist aber gerade im Außenbereich deutlich haltbarer als die Eiche. Außerdem weisen Kastanien hohe Zuwachsleistungen auf. Damit ist dieses Holz wirtschaftlich interessant. Dies gab den Anstoß zu einem Kastanien-Niederwald-Projekt im Tessin, das waldwachstumskundlich ausgerichtet ist. Ziel ist, wertvolles Nutzholz von 30 bis 40 cm Durchmesser in Umtriebszeiten von 30 bis 40 Jahren zu produzieren. Mit dem Projekt soll geklärt werden, mit welchen Bewirtschaftungsmethoden sich im Kastanienniederwald ein möglichst hoher Holzertrag erzielen lässt. Das Projekt läuft seit 1997, also erst 10 Jahre. Das Wachstum ist bis jetzt allerdings erstaunlich hoch und damit auch Erfolg versprechend.
weitere Informationen: - Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL - Andreas Zingg, Fulvio Giudici: Wertholzproduktion im Kastanien-Niederwald - Viele Informationen rund um die Kastanie und das, was in ihr steckt
Waldhistorische Aspekte - Kastanienniederwälder im Tessin(CH) - Niederwälder im Elsass (F) Hauberge im Siegerland (D) - Lohhecken in Luxemburg
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