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Loufest am Kiischpelt

in den Lohhecken auf dem Pënzebierg

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts, d.h. also während mehr als 2 Jahrhunderten bestimmten die Lohhecken das Bild der Oeslinger Landschaft. Seit nämlich das Tannin der Eichenrinde als Gerbstoff entdeckt worden war, wurden zunehmend mehr Wälder in Eichenschälwälder umgewandelt und im 15-25 jährigen Rythmus auf den Stock gesetzt um die Eichenrinde abzuschälen. Diese wurde anschließend getrocknet und an die Gerbereien verkauft. Im Jahr 1811 gab es 66 davon im Lande. Während vielen Jahrzehnten waren die Lohhecken demnach auch eine wichtige Erwerbsquelle für die Oeslinger Bauern.

Es ist das Anliegen des “Loufestes”, das seit 1995 alljährlich von der Gemeinde  Wilwerwiltz in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum für Naturgeschichte, der Forstverwaltung und dem Lycée technique agricole und einer Reihe von lokalen Vereinen organisiert wird, diese alte Tradition des "Louschléissens" am Leben zu erhalten bzw. einem breiten Publikum wieder bekannt zu machen. Es ist anzumerken, dass dies die einzige alljährlich stattfindende Veranstaltung zum Thema "Lohwirtschaft" in ganz Europa ist.

Auf dem Loufest wird natürlich das “Schléissen” selbst, forstliche Alternativen zur Niederwaldbewirtschaftung, aber auch das Holzrücken mit dem Pferd gezeigt. Daneben gibt es Holzschnitzen, Baumklettern für Kinder, viele Informationen zur Geschichte, den Traditionen und den Produkten der “Louheck”, geführte Wanderungen, den Musée-Bus und vieles andere mehr. Es versteht sich von selbst, dass auch für regionale Spezialitäten gesorgt ist, so dass niemand Hunger oder Durst leiden muss. Der Weg nach Lellingen (besser die Zugfahrt nach Wilwerwiltz) lohnt sich also auf jeden Fall, dies sowohl für alle, die das "Louschleissen" noch aus eigener Erinnerung kennen als auch für alle, denen dieser Aspekt der Kulturgeschichte des Oeslings unbekannt ist..   

Am besten erreicht man den Festplatz ab Bahnhof Wilwerwiltz, von wo jede Stunde eine “Navette” zum Loufest auf dem “Prenzebierg” bei Lellingen fährt. Mit dem Auto erreicht man das Loufest am besten über die N7, Abfahrt Schinker bis Holzthum und dann rechts Richtung Lellingen. Die Strecke ist ausgeschildert.

Georges Bechet, Naturmusée

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