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Der Hl. Donatus von Münstereifel

Die Reliquien des unbekannten frühchristlichen Märtyrers Donatus wurden 1646 in den Katakomben der hl. Agnes in Rom aufgefunden. Papst Innozenz X. (1644-1655) schenkte sie den Jesuiten, die Anfangs des 17. Jh. in Münstereifel ein Kollegium gegründet und sie für die dortige Kollegskirche bestimmt haben. Im Jahre 1652 kamen die sterblichen Überreste Donatus’ von Rom über Köln nach Münstereifel.

Vielleicht wäre der Heilige Donatus – wie die meisten Katakombenheiligen – längst in Vergessenheit geraten, hätte sich nicht während der Übertragung seiner Gebeine folgendes zugetragen: In Euskirchen, eine halbe Wegstunde von Weingarten entfernt, wo die Reliquien des Heiligen auf die feierliche Übertragung nach Münstereifel warteten, wurde ein Jesuitenpater während einer Messfeier vom Blitz getroffen... und überlebte. Diese Rettung schrieb man dem Heiligen Donatus zu, da der Pater in seinem Kampf um Leben und Tod den Heiligen um Hilfe angerufen hatte. Infolge diese Ereignisses schlug auch die Verehrung des Heiligen „wie ein Blitz“ ein, denn schon bald wurde er als Wetterheiliger angerufen bei Blitz, Unwetter, Stürmen, Hagel und sonstigen Bedrohungen aus der Luft (beispielsweise im zweiten Weltkrieg gegen Bombardierungen). Die Namensanalogie Donar – Donner – Donatus wird bei diesem Patronat wohl ein zusätzlicher Faktor gewesen sein.

Vom Leben des Hl. Donatus ist eigentlich nichts bekannt. Nur die Aufschrift seiner mit Palme und Schwert verzierten Grabplatte gibt einen spärlichen Hinweis: „S. Donati Martyris“. An Phantasie und Überzeugung fehlte es dem gläubigen Volk jedoch nie, weshalb recht bald nach dem Auffinden seines Grabes Legenden über sein Leben geschrieben wurden. In einem 1767 in München erschienenen Buch „Leben des Hl. Donatus, Glorreichen Blutzeugen und besonderen Schützers in fürchterlichen Witterungen der Luft ...“, wird vom anonymen Autor erzählt, dass Donatus der einzige Sohn einer römischen Familie gewesen wäre. Die christliche Mutter, sinnigerweise mit Namen Flaminia, liess ihn taufen. Als junger Mann trat er in die Armee des Kaisers Marcus Aurelius (161-180) ein, deren Anführer er bald wurde. Donatus wurde zum Tode verurteilt, da er einerseits die Enkelin des Kaisers beleidigte, indem er sie nicht zur Frau nahm (er wollte des Glaubens willen ehelos leben) und da er andererseits dem römischen Glauben abschwor.

Von dieser Legende leiten sich auch die meisten Darstellungen des Donatus ab. Er wird überwiegend als stolzer römischer Soldat mit einem Blitzbündel dargestellt, manchmal auch mit Palmzweig (das Zeichen der Märtyrer) und Schwert (Todesart). Die vereinzelten Darstellungen als Bischof sind zurückzuführen auf die Verwechslung mit dem Bischof Donatus von Arezzo. Der Künstler und Diakon Claus Kilian hat den Heiligen auf dem neuen Donatusmessgewand in Pintsch ohne Soldaten-Uniform dargestellt, als Märtyrer, in den Händen ein Rad haltend: Der Glaube an den dreieinen und unendlichen Gott war seine Mitte!

Leben und Legenden - Verehrung des Hl. Donatus - Der Hl. Donatus im Kiischpelt

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