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Kleinbauernhaus in Lellingen, Foto Alwin GeimerHaustypen im Kiischpelt

An diesem Kleinbauernhaus aus Lellingen kann man die typischen Merkmale der traditionellen Häuser in der Großregion gut erkennen.

  • Es ist ein lang gestrecktes Haus mit Satteldach und einem durch- laufenden First.

  • Wohn- und Wirtschaftsräume (Ställe, Scheune usw.) sind unter einem Dach untergebracht. Deshalb nennt man diese Häuser „Einhaus“.

  • Das Haus ist senkrecht zum First geteilt („quer-geteilt“).

  • Türen und Tore liegen an der Längs- oder Traufseite. Der Begriff "Traufseite" kommt aus der Zeit, in der es noch keine Dachrinnen gab und das Regenwasser auf die Straße oder den Hof tropfte. Die Anordnung der Türen und Fenster zeigt die innere Aufteilung des Hauses.

Im Kiischpelt gibt es vor allem vier Varianten dieser Hausform:

Öslinger Häuser

Die traditionellen Öslinger Häuser gehören in der Regel zu diesen quergeteilten Einhäusern. Sie unterscheiden sich allerdings in einigen Details von den Häusern in anderen Teilen Luxemburgs bzw. der Großregion. Diese Details spiegeln einerseits die ökonmische Situation, andererseits die Unterschiede im Naturraum wieder.

Diese Häuser sind oft dürftiger, einfacher und gedrungener als zum Beispiel im Gutland. Die Räume im Erdgeschoss sind oft so niedrig, dass man die viereckigen Deckenbalken mit dem ausgestreckten Arm berühren kann.

Die Häuser wurden im Ösling meist aus Schiefer gebaut. Die Steine wurden bis in die 50er Jahre des 20. Jhs. meistens selbst gebrochen. Deshalb findet man noch heute rund um unsere Dörfer kleine Steinbrüche. Die dicken Mauern wurden mit einem selbst gemachten Kalkputz verputzt und mit Kalkfarbe weiß angestrichen.
Den Kontrast dazu bildeten die Einfassungen der Fenster und Türen. Sie waren bei den Öslinger Häusern meist grau, braun oder grün angestrichen. Wer es sich leisten konnte, baute Einfassungen aus Sandstein, Pierre Bleu Belge (belgischer Blaustein) oder einem ähnlichen Gestein ein. Häufig findet man aber auch noch Fenstereinfassungen aus Holz.
Die Haustür wurde oft durch eine besondere Gestaltung betont. Auf dem Türsturz findet man häufig die Jahreszahl der Fertigstellung und die Monogramme der Erbauer, oft eines Ehepaares.

Öslinger Häuser mit steiler Dachneigung waren früher oft mit Stroh gedeckt. Durch die stärkere Dachneigung lief das Wasser besser ab.
Ab dem 19. Jh. setzte sich dann - wegen der Feuergefahr und meist auf staatlichen Druck hin - die Schiefereindeckung durch. Auf alten Dächern sieht man manchmal noch die großen alten, grob gehauenen Schieferplatten (Scherbangen). Die größeren Platten bilden dabei die ersten Reihen. Nach oben geht die Eindeckung dann in kleinere Formate über.
Dieser Schiefer kam zunächst aus den Gruben von Vielsalm (Belgien). Neben Schiefer kommt dort übrigens auch "Coticule" vor. Das ist ein sehr seltenes, etwa 480 Millionen Jahre altes Gestein. Daraus lassen sich spezielle, extrem harte Schleifsteine, die "belgischen Brocken", herstellen. Coticule wird heute noch abgebaut.
Die luxemburgischen Schiefervorkommen in Asselborn und Martelingen wurden später ausgebeutet. Heute sind alle Schiefergruben in unserer Region geschlossen. Die nächsten Schiefergruben befinden sich in Mayen/Osteifel. Der Schiefer wird heute vor allem aus Spanien und Portugal, teilweise sogar aus Kanada importiert.
In Martelingen soll einmal ein Museumsbergwerk entstehen. Ähnliche Museen gibt es im Hunsrück (z. B. Fell bei Trier und Bundenbach mit seinen berühmten Fossilien) und Vielsalm.

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