Ecce homo
In den Volksaltar von Pintsch wurde ein „Ecce homo“-Bild integriert. Damit ist ein Andachtsbild gemeint das Jesus allein, stehend und mit Purpurmantel, Lendentuch, Dornenkrone sowie Folterwunden (vor allem am Kopf) darstellt. In Pintsch dagegen ist Christus sitzend dargestellt. Dieses Bildmotiv heißt eigentlich „Christus in der Rast“, wird aber oft ebenfalls als „Ecce homo“ bezeichnet.
„Ecce homo“ geht zurück auf das Johannesevangelium. Mit diesen Worten übergab nach Joh 19, 5 Pontius Pilatus den gefolterten, mit einem purpurnem Gewand gekleideten und mit einer Dornenkrone gekrönten Jesus von Nazaret am die wütende Menge und seine Ankläger, weil er keinen Grund für dessen Verurteilung sah. Die Volksmenge forderte danach die Kreuzigung Jesu. Martin Luther übersetzte den Ausspruch mit „Sehet, welch ein Mensch.“
Die ersten Darstellungen der Ecce-homo-Szene in der bildenden Kunst sind im 9. und 10. Jahrhundert im syrisch-byzantinischen Kulturkreis zu finden. Mittelalterliche abendländische Darstellungen, die das Ecce-homo-Motiv darzustellen scheinen, zeigen jedoch meist die Dornenkrönung und Verspottung Christi (z. B. im Egbert-Codex oder im Codes Aureus von Echternach), also die Szene vor der Ecce-homo-Szene.
Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Passion zum zentralen Thema der abendländischen Frömmigkeit. Deshalb findet man das Motiv in Passionsspielen, in Illustrationen der Passionsgeschichte (z. B. bei Albrecht Dürer), als Skulptur oder Skulpturengruppe, als Altarbild oder Gemälde (z. B. Hieronymus Bosch oder Hans Holbein d. Ä.) als wurde. Die Einzelfigur des leidenden Jesus, der den Betrachter oft unmittelbar anzuschauen scheint, kam ebenfalls im späten Mittelalter auf. Parallel dazu wurden in der abendländischen Kunst auch die ähnlichen Motive des Schmerzensmannes und des Christus in der Rast immer bedeutender.
Auch in der späteren Druckgraphik (z. B. bei Rembrandt van Rijn), in der Malerei der Renaissance und des Barock (z. B. bei Tizian und Rubens) und bei barocken Skulpturen findet man das Motiv.
Später wird es ein Symbol für das Leiden und die Entwürdigung des Menschen durch Gewalt und Krieg (z. B. bei Otto Dix 1948).
Quelle: www.wikipedia.de
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