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Pfarrkirche Pintsch von Lellingen aus, copyright SIVOUR, Raymond ClementDie Pfarrkirche in Pintsch

 

Zu den ältesten Pfarreien der luxemburgischen Ardennen gehört die seit dem 8. Jh. nachweisbare Pfarrei Pintsch. Die Pfarrkirche von Pintsch ist die Mutterkirche der ausgedehnten Pfarrei, die interessanterweise den Namen Kiischpelt trägt, ein altgermanischer Ausdruck für Kirchspiel (das Spiel der Kirchen). Die Herkunft dieses Namens gründet in der Ausdehnung der Pfarrei, die aus den Dörfern Drauffelt, Enscheringen, Lellingen, Pintsch, Siebenaler und Wilwerwiltz mit ihren jeweiligen Kirchen besteht. Bis zur französischen Revolution gehörten zur Pfarrei ebenfalls Merkholtz, Alscheid und teilweise auch Kautenbach.

 

Der romanische Kirchturm in Pintsch, Foto Francis Erasmy

 

Der älteste Teil der Kirche ist der spätromanische Chorturm an der Ostseite, ein Überbleibsel der zweiten hier errichteten Kirche. In diesem Turm befand sich ursprünglich der Altarraum, heute ist dort die Sakristei eingerichtet. In der nördlichen Fensternische des Turmes befindet sich eine gotische Wandmalerei (ca. 13. Jh.). Auch das Tonnengewölbe ist noch teilweise mit Fresken überzogen (zurzeit übermalt).

 

 

 

 

Das Langhaus wurde 1738 neu errichtet von Baumeister Andreas Schlotter aus Wiltz und 1879 um zwei Fenster verlängert. Der Innenraum wird vom prächtigen Barockmobiliar beherrscht. Der monumentale Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel, die Beichtstühle, die Kommunionbank, die Statuen, die Wandtäfelungen sowie der Sakristeischrank stammen aus der Werkstatt des bekannten altluxemburgischen Bildhauers Jean-Georges Scholtus (um 1680-1754). Dieses einzigartige Ensemble wurde zwischen 1739 und 1744 eigens für diese Kirche geschaffen und schenkt dem Raum Festlichkeit und Wärme. Auch die Relief-Darstellungen der Taufe Jesu an der rechten Wandtäfelung und der leidende Jesus (Ecce Homo) am Zelebrationsaltar gehen auf Scholtus zurück.

ein Engel, Foto Francis ErasmyIn der Zentralnische des Hochaltares ist der Heilige Maximin dargestellt, zweiter Bischof von Trier, Patron der Kirche. Bemerkenswert sind ebenfalls die Statuen der hl. Apollonia im rechten Seitenaltar, die kunstvolle Muttergottes-Statue im linken Seitenaltar, sowie an der vorderen Langhauswand die Bildwerke der Bischöfe Nikolaus (links) und Blasius (rechts).

In der ehemaligen Taufkapelle unter der Empore steht eine Statue (spätes 19. Jh.) des römischen Märtyrers Donatus (+ 3. Jh.). Die Verehrung dieses Heiligen geht zurück auf eine Reliquie, die um 1748 aus dem Jesuitenkolleg von Bad Münstereifel nach Pintsch kam und seither in einem reizvollen Barock-Reliquiar aufbewahrt wird, das vom Viandener Goldschmied Franz Carl Felsenhart (ca. 1701-1782) hergestellt wurde. Seit dieser Zeit steht die Pfarrei unter dem Schutz des hl. Donatus.

Im Kirchenschatz befinden sich neben schönen Silberarbeiten der Barockzeit auch ein Renaissance-Kelch und eine wertvolle Monstranz aus der Spät-Renaissance.

Die Orgel wurde 1899 von der Orgelmanufaktur der Gebrüder Müller aus Reifferscheid gebaut und steht, wie die ganze Kirche, unter Denkmalschutz. Sie hat 12 klangvolle Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Sie wurde im Jahre 2005 von Orgelbauer Hugo Mayer (Heusweiler) einer gründlichen Restauration unterzogen.

Das ursprüngliche Geläut, bestehend aus zwei Glocken von 1803, ergänzte die Glockengießerei Hermann Schmitt und Söhne aus Brockscheid/Eifel im Jahre 2003 um vier weitere Glocken.

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