Der Quarzit von Berlé
Ein metamorphes Gestein
Den Namen erhielt dieses Gestein 1885 vom Geologen Gosselet, weil es um das Dorf Berlè (im Norden von Luxemburg, westlich von Wiltz) herum besonders reiche Vorkommen gab, die auch abgebaut wurden. Im Luxemburgischen wird dieser Stein "Hasselter" genannt.
Allerdings sind diese Vorkommen heute weitgehend erschöpft. Die Gründe dafür sind in der Geologie zu suchen. Diese Quarzit-Schicht ist nur 1 bis 15 m dick (mächtig). Sie bildet den Rand der Wiltzer Mulde. Aus diesem Grund steht sie fast senkrecht. Daher sind die Vorkommen an der Oberfläche sehr schnell erschöpft und der Abbau müsste dem Quarzit in die Tiefe folgen. Dafür ist die Schicht allerdings nicht dick und der Quarzit nicht wertvoll genug.
Die Enstehung des Quarzit
Am Anfang stand Sand, und zwar reiner Quarzsand, wie man ihn auch haute an einem perfekten Sandstrand findet. Dieser Sand wurde vor etwa 390 Millionen Jahren im Rheinischen Becken abgelagert.
Wenn die Sandkörner miteinander verklebt werden und sich dieser Sand so verfestigt, entsteht ein Sandstein, wie er zum Beispiel um die Stadt Luxemburg herum vorkommt.
Quarzsandstein ist ein besonders harter Sandstein. Bei ihm sind die einzelnen Sandkörner wiederum durch Quarz miteinander „verklebt“. Er hat keine oder nur eine geringe Spaltbarkeit. Frische Bruchflächen sind durch die Sandkörner rauh und fühlen sich fast wie Schleifpapier an. In den Clerfer Schichten kommen solche Quarzsandsteine vor, die meistens grau oder dunkelgrau sind.
Quarzit, das letzte Gestein in dieser Reihe, ist ein Umwandlungs– oder metamorphes Gestein. Beim Quarzit wird Sandstein durch Hitze und starken Druck in Quarzit umgewandelt. Das Bindemittel und der Quarz der einzelnen Körner schmelzen teilweise. Das ganze wird außerdem stark zusammengepresst, so dass die Poren fast völlig verschwinden und die einzelnen Körner regelrecht miteinander verschweißt werden. Heraus kommt ein enorm hartes Gestein mit dem für Quarz typischen glatten und muscheligen Bruch.
 Der Quarzit von Berlè ist mit einem Quarz-Gehalt von 95 - 98 % das härteste Gestein in Luxemburg. Aufgrund dieses hohen Quarz-Gehaltes hat er auch eine helle Farbe. Fremdstoffe wie Eisenoxyd geben ihm manchmal eine gelbliche oder rötliche Färbung. Fossilien kommen relativ häufig vor, sie sind allerdings nicht gleichmäßig über das ganze Gebiet verteilt.
Die Verwendung
Lange Zeit war das Brechen und Bearbeiten reine Handarbeit. Die Steinklopfer zum Beispiel mussten die größeren Brocken mit dem Hammer auf Schottergröße zerkleinern. Der Hasselter wurde vor allem als Straßenschotter und zum Bau von (Trocken-) Mauern, Brücken usw. verwendet. Gemahlen eignet er sich auch zur Herstellung von feuerfestem Material. Dagegen wurde er kaum für Gebäude benutzt, weil die Räume durch diesen Stein kalt und feucht werden.
Größere Gruben gab es um Berlé oder „Auf Frings“ (zwischen Pintsch und Bockholtz). Die Steinbrüche "Auf Frings" waren bis in die dreissiger Jahre des 20. Jhs. in Betrieb. Die Trasse der Lorenbahn von den Ruinen im Siebenallerwald hinunter zur Strasse und die alte Verladestelle an der Strasse unterhalb von Bockholz sind heute noch zu sehen. Im Kiischpelt selbst wurde der Hasselter an mehreren Stellen nur in kleinen Gruben nur für den privaten oder lokalen Bedarf gebrochen.
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