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Geschichte der Bahnlinien im Kiischpelt

Mit dem Zug ins Paradies

Die Geschichte der Eisenbahn in Luxemburg beginnt im Jahr 1845. Damals gab es die ersten konkreten Pläne für ein Eisenbahnnetz in Luxemburg, zu dem auch eine Nordlinie gehörte. Diese Linie sollte allerdings zunächst nicht durch die Flusstäler, sondern von Diekirch aus über die Höhe nach Weiswampach führen. Eine erste Konzession wurde 1855 vergeben. Zwei Jahre später, 1857, wurde die "Chemins de Fer de Guillaume Luxembourg", die Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahngesellschaft (kurz WL) gegründet. Bereits 1859 wurden die Bahnlinien von Luxemburg nach Thionville (F) und Arlon (B) eröffnet.

Die Nordstrecke

Von 1858 bis 1862 entstand mit der Strecke Luxemburg-Ettelbruck-Diekirch (zunächst nur eingleisig) der südliche Teil der Nordstrecke als Teil der WL-Eisenbahn. 1860 wurde dann für den nördlichen Teil die heutige Streckenführung von Ettelbruck durch die Flusstäler nach Troisvierges und zur belgischen Grenze festgelegt. Auch der nördliche Teil wurde in den Jahren 1862 bis 1866 zunächst nur eingleisig gebaut. 1867 erfolgte dann die Verbindung nach Gouvy in Belgien. Das zweite Gleis war bereits vorgesehen, es wurde aber erst 1910 bis 1917 realisiert.

Massive Zerstörungen an Gleisen, Brücken, Gebäuden und Telegraphenleitungen gab es erst während der Ardennenoffensive zwischen dem 16. Dezember 1944 und Februar 1945. Ab März bzw. April 1945 war dann wieder ein eingeschränkter eingleisiger Betrieb möglich. Nach Gründung der CFL im Jahr 1948 dauerte der Wiederaufbau bis 1952. In der Folge gab es immer wieder Modernisierungsmaßnahmen wie die Umstellung der mechanischen Stellwerke auf elektrische Signalanlagen und die Reduzierung der Bahnübergänge.

Einen wichtigen Schritt zum langfristigen Erhalt der Strecke bedeutete die Elektrifizierung 1986 bis 1993. Aus Kostengründen war dies in den Tunnelbereichen zwischen Ettelbruck und Troisvierges allerdings mit einem Rückbau auf ein Gleis verbunden, einem Manko, unter dem die Strecke bis heute zu leiden hat. Einen weiteren Bedeutungsverlust stellte die Einstellung des planmäßigen internationalen Güterverkehrs im Jahr 2004 dar.

Die Nebenstrecke Kautenbach - Wiltz

Erste Überlegungen zur Anbindung von Wiltz gab es bereits bei der Planung der Nordstrecke 1860. Eine direkte Anbindung, d. h. eine Verschwenkung der Hauptstrecke nach Wiltz, wurde sehr schnell verworfen, so dass nur der Bau einer Anschlussstrecke in Frage kam. Als Abzweigungsbahnhöfe waren sowohl Kautenbach als auch Wilwerwiltz in Gespräch, wobei der Anschluss von Kautenbach sich aufgrund der einfacheren Geländeverhältnisse und der kürzeren Länge durchsetzen konnte.

Mit der "Prinz-Heinrich-Eisenbahngesellschaft" entstand 1869 eine zweite Eisenbahngesellschaft in Luxemburg. Ziel war ein zweites, von der WL unabhängiges Netz, dass die luxemburgischen Eisenerzvorkommen mit Kohlevorkommen in Belgien und Deutschland verbinden sollte. Diese Gesellschaft realisierte 1880/81 die heutige Strecke von Kautenbach nach Wiltz. 1888 wurde dann die Weiterführung von Wiltz zur belgischen Grenze und damit die Verbindung nach Bastogne eröffnet.

Die Strecke war in ihrer ganzen Geschichte (abgesehen von einigen Jahren) immer ein Verlustbetrieb. 1907 und 1916 erhielten Steinbrüche bei Merkholtz einen Bahnanschluss, die Haltestelle Merkholtz 1907 einen Wartesaal.

Genau wie die Nordstrecke gab es auch hier während der Ardennenoffensive starke Zerstörungen. Nur der Bahnhof in Kautenbach blieb weitgehend verschont. 1945 war der Betrieb bis Wiltz wieder möglich, erst 1946 wieder bis Bastogne.

Im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen nach den Zweiten Weltkrieg führten die CFL 1948 einen vereinfachten Nebenbahnbetrieb ein. Bereits 1950 wurde der Personenverkehr auf dem belgischen Teil eingestellt. Die CFL setzten seither nur noch Triebwagen bis Schimpach, also bis zur Grenze ein. 1967 wurde schließlich ab Wiltz der gesamte Personen- und Güterverkehr eingestellt. Dieser Teil der Strecke ist heute (durchgehend bis Bastogne) zu einem Radweg umgewandelt worden.

Auf der verbleibenden Stichstrecke von Kautenbach nach Wiltz wurden 1969 der Oberbau und die Gleise erneuert sowie 1981 die Bahnhofsgebäude renoviert. Im Rahmen der Elektrifizierung der Nordstrecke wurde auch diese Strecke 1991 elektrifziert. Nach der kompletten Sanierung der Strecke, auch des Unterbaus und der Brücken, in den Jahren 2001 und 2004 sowie der offiziellen Neueröffnung 2005 präsentiert sich die Strecke Kautenbach - Wiltz heute als eine moderne Nebenstrecke mit Bummelbahncharakter ...

... und führt direkt ins Paradies.

Leider liegt das Paradies nicht im Kiischpelt. Die Haltestelle Wiltz-Paradiso ist - genau wie Merkholtz - eine Bedarfshaltestelle.

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