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Eine Krankenheilung

Jean Neumanns, 1924

Der Kirchenraum wird sehr stark durch die Wandmalereien aus dem Jahr 1924 von Jean Neumanns (+ 1973). Seine Werke mit den groß angelegten figurativen Darstellungen und der Flächenornamentik, in der Erinnerungen an den Jugendstil anklingen, sind typisch für den in den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. entwickelten Dekorationsstil in den Ausmalungen der Kirchenarchitektur.Jean Neumanns, der sein Atelier in Ettelbruck hatte, erhielt seine Ausbildung an der Kunstakademie in Düsseldorf und wurde in Luxemburg von Nicolas Brücher (+ 1957) in die Kunst der kirchlichen Wandmalerei eingeführt.
Bei der Renovierung unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Ausmalung übertüncht. Nur die beiden großen biblischen Szene, die die Brotvermehrung und eine Krankenheilung Jesu darstellen, blieben sichtbar. Bei der jüngsten Restaurierung wurden weitere Teile freigelegt, z.B. das Dreifaltigkeitssymbol, die dazu gehörenden Anbetungsengel und der im vorderen Langhaus stark betonte Gewölbeschlussstein, der von den Monatszeichen umgeben ist.

Dieses Wandgemälde zeigt eine Krankenheilung, möglicherweise die Heilung eines Gelähmten in Lk 5, 17-26, Im Text findet diese Heilung allerdings nicht unter freiem Himmel, sondern im Haus der Schwiegermutter des Petrus statt.
Das Zitat unter dem Bild (Lk 12, 31) steht nicht in direkter Verbindung zu diesem Wunder. Neumanns hat es wohl beigefügt, um das Wunder zu interpretieren: "Euch jedoch muß es um sein Reich gehen, dann wird euch das andere dazugegeben". (zitiert nach der Einheitsübersetzung)

Quelle: Die Kirchen und Kapellen im Pfarrverband Kiischpelt, Schnell Kunstführer Nr. 2545

 

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